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Die Mini-Manie

 Die Mini-Manie von Shisui

Sehr kleine Bonsai werden auch Mame genannt. Dafür sind spezielle kleine Schalen nötig.  Hier stellen wir Kreationen von Shisui vor.

Der vom Autor dieses Artikels gewählte Künstlername bedeutet soviel wie "mit Hingabe gießen", ein sicherlich geeigneter Namen für jemanden, der sich mit so kleinen Bonsai in so kleinem Lebensraum befasst. Shisui hat mit der Bonsaikultur vor rund fünfunddreißig Jahren ohne die Unterstützung eines Meisters begonnen und seine jetzigen Kenntnisse durch Ausprobieren und Erfahrung gesammelt. "Für die Kreation von Miniaturschalen braucht man auch passende Werkzeuge; waren diese nicht zu bekommen, habe ich sie mir selbst hergestellt. Ich habe Erfahrungen gesammelt, indem ich immer versucht habe, gute Schalen herzustellen."

Damit die Miniaturschalen überhaupt Erde aufnehmen können, müssen sie sehr dünn sein  und ihre Qualität sollte im Mittelpunkt stehen.  "Jede einzelne Schale entwickelt sich besonders, kaum einmal wird eine perfekt. Zum Beispiel krümmt sich manchmal beim Brennen eine Schale, die aber eine vollkommene Farbe hat. Das ist das Interessante bei der Keramik: Sie ist immer eine Herausforderung." Auf den Abstellbänken im Garten Shisuis werden 98 % der Bonsai in Schalen kultiviert, die er selbst gefertigt hat. "Kreiert man viele Schalen mit einem großen Variantenreichtum an Formen und Farben, hat auch die Auswahl der Schale einen besonderen Reiz. Die Schale kann die Pflanze , die sie aufnimmt, deutlich spürbar aufwerten!"

Shisuis Stil

Als Präsident des Vereins Kiraku hat er sich der Welt der Miniaturbonsai verschrieben. In dem Verein treffen sich Bonsailiebhaber, die sich an allem erfreuen, was mit der Leidenschaft für Miniaturbonsai zu tun hat: von Schalen über Pflanzen bis zu Tischchen für die Präsentation. In gewissem Sinn handelt es sich um eine eigene Stilform. Der Verein besteht seit vier Jahren. "Die Begegnung mit Altmeister Kooji Sasaki hat meine Weiterentwicklung stark beeinflusst. Mir gefiel die Vorstellung, Präsident des Vereins zu werden nicht besonders, aber Sasaki ermahnte mich entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen. Er war ein Enthusiast und hat mich gelehrt, mich Bonsai mit Begeisterung und Leidenschaft zu widmen." eine Botschaft an die, die mit der Kreation von Minibonsai experimentieren möchten: "Manchmal lassen sich Bonsaifreunde von der Zeit abschrecken, die notwendig ist, um ein gutes Niveau bei der Verfeinerung des Exemplars zu erreichen. Anders bei Mame: ist es nicht verlockend, ein interessantes Exemplar nach zwei Gestaltungsjahren ausstellen zu können? Nehmen Sie die Herausforderung an, ohne an die Schwierigkeiten zu denken. Es ist ein Hobby, das für jeden geeignet ist, und kostet nicht viel..."

Glasierte, rechteckige Schale, Abmessungen 1,8 cm x 1,6 cm x 1,2 cm

Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis), Höhe 4 cm, in glasierter, sechseckiger Schale mit nach außen gedrehtem Rand.

Sumach (Rhus orientalis), Höhe 6 cm. Glasierte, runde Schale mit nach außen gedrehtem Rand; Sockel aus der Wurzel eines Igelwacholder, vom Autor selbst hergestellt.

Dreispitzahorn (Acer buergeianum), Breite 7 cm. Aus Samen gezüchtetes fünf Jahre altes Pflänzchen in glasierter, sechseckiger  Schale mit nach außen gedrehtem Rand; das Holztischchen hat der Autor geschnitzt.

Azalee (Rhododendron kiusianum), Höhe 7,5 cm. Zehn Jahre alter Steckling in glasierter Schale in Quittenblütenform mit nach außen gedrehtem Rand; das Holzbrett ist vom Autor.

Trotz der winzigen Größe, die auf dem Foto gut zu sehen ist, hat die Schale für ein Gras dennoch eine Öffnung zur Entwässerung.

Gras, Höhe 8,5 cm, in achteckiger, glasierter Schale  mit nach außen gedrehtem Rand.

Links Hosta in quadratischer, glasierter, randloser Schale. Rechts ebenfalls Hosta in sechseckiger, glasierter Schale mit nach außen gedrehtem Rand.

Die Holztischchen hat der Autor aus einem einzigen Stück Ebenholz geschaffen. Die Besonderheit des Tischchens besteht darin, dass sein Aussehen sich je nach Position ändert.

Die Fächer sind zum Teil mit Kies gefüllt und die Minibonsai auf die einzelnen Fächer verteilt. Die Substrate werden so vor plötzlicher Trockenheit geschützt und die Pflanzen selbst bleiben der Luftbewegung ausgesetzt.

Dieser Artikel wurde freundlicherweise von BONSAI ART zur Verfügung gestellt.