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Die Schätze des Herrn I.C. Su Nr. 2

Mitte Dezember 1998 bekam ich eine Einladung von Herrn I. C. Su an der 5th "Asia-Pacific Bonsai, Suiseki and Chinese old pottery Convetion and Exibition" in Taiwan teilzunehmen. Eine besondere Ehre für mich.

Ich habe Herrn Su in München kennengelernt und bei dem Thema "alte Schalen" sind wir uns natürlich sofort näher gekommen. Nachdem ich Herrn Su ganz stolz die Fotos von meiner Sammlung alter Schalen gezeigt hatte, versprach er mir, die Fotos seiner Schalensammlung zu schicken, sodass wir uns austauschen könnten.

Einige Monate später bekam ich Post aus Taiwan, ein in Stoff gebundenes Album. Nach dem aufschlagen und Betrachten der ersten Seiten war mir klar, hier handelte es sich um extrem hochwertige und seltene Bonsaischalen, die zu den besten weltweit gehören.

Herr Su hat mir die Erlaubnis gegeben, diese Schalen auf meiner Internetseite vorzustellen. Für jeden Schalen-Liebhaber ist die Betrachtung solcher Schalen ein Hochgenuss, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Hier nun die Kunstwerke:

Peachbloom clay  - Ming-Zeit  - 1368 bis 1643 n. Chr.

 Auch diese Schale gehört für mich zu den schönsten seiner Sammlung. Die wundervolle Patina gibt der Schale eine Ausstrahlung, die man in China mit "Wasserglanz" bezeichnet. Diese über viele Jahrzehnte hinweg im Gebrauch der Schale entstehende Patina bekommt in der Tonoberfläche eine visuelle Durchlässigkeit. Diese Patina findet man sehr oft auf alten in Gebrauch gewesenen Teekannen und Schalen, ein etwas fettig aussehender Glanz, transparent und mit optischer Tiefe.

Bei der Malerei auf der Schale handelt es sich um eine zweifarbige Engoben-Malerei. (siehe hier) Dargestellt, und gehuldigt wurde hier die Chrysantheme in ihrer ganzen Pracht. Leider ist auf diesem Foto nicht zu sehen in welchem Zusammenhang mit anderen Pflanzen sie hier dargestellt wurde, denn das ist bedeutend für die inhaltliche Aussage der Malerei.

Die Chrysantheme (chü) ist eine Blume des Herbstes, symbolisch steht sie aus diesem Grunde auch für die Langlebigkeit. Mit anderen Pflanzen, Bäumen oder Tieren, wie der Heuschrecke, bekommt sie eine immer wieder andere Bedeutung.

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Red Clay Gold Paintet Pot aus der Ming-Zeit - 1368 bis 1643 n. Chr.

 

Auch hier wieder eine zweifarbige Engoben-Malerei. (siehe hier) Dargestellt wurde eine Flusslandschaft mit Bergen, Bäumen, Pagoden und zwei sich unterhaltende Bauern oder Fischer.

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Yixing zisha taozhizuo (Yixing zisha Keramikmanufaktur) - Qing-Zeit 1644 bis 1911

Die Herstellungstechnik des bunten Dekors auf dieser Schale ist für mich noch etwas unklar. Auf der Beschreibung der Schale steht " A enameled Yixing Zisha pot", das würde bedeuten, es handelt sich hier um eine Emailtechnik.

Für die Emailtechnik wichtige Abtrennung der Motive, mit dünnen Kupferdrähten, ist hier nicht deutlich zu erkennen. Obwohl hier einige Motive schwarz umrandet sind, andere wiederum nicht, sieht es einer Emailtechnik sehr ähnlich.

Die Malerei, wahrscheinlich "Bergdorf im Frühling, wirkt auf mich schon sehr modern und frisch, eine sehr interessante alte Schale.

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Eine ausgefallene Schale. Diese Form ist nicht leicht zu töpfern, denn der Sockel der Schale ist rund und nach obenhin wird sie sechseckig. Die sechs Bildspiegel, oder Reserven, zeigen Pflanzen- Landschafts- und Tiermotive. Im linken Bild kann man in der oberen Hälfte noch gut eine Fledermaus erkennen, ein Symbol für das Glück.

Es handelt sich hier um eine schwarze Engobenmalerei. (siehe hier) Das Alter der Schale ist mir leider nicht bekannt.

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Eine rotbraune Schale, wahrscheinlich aus Yixing.

Das ist eine alte klassische, chinesische Schalenform mit hoch angesetzten Füßen. Diese Schale besitzt keinen Bildspiegel, sondern die schwarze Engobenmalerei (siehe hier) wurde direkt auf der Schalenwand angebracht.

Diese Schalen wurden zumeist im Einbrandverfahren hergestellt. Das Alter der Schale ist mir leider nicht bekannt.

Alle Fotos wurden freundlicherweise von Herrn I. C. Su zur Verfügung gestellt.

Text: Peter Krebs