Diese Seite drucken

Fürstlich

Museumslandschaft Hessen Kassel

Zur Geschichte

Gesamtkomplex Schloss Wilhelmshöhe, Luftaufnahme

 

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (ehemals Staatliche Museen Kassel) steht in einer rund 600jährigen Tradition des Sammlers, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft sind hier über die Jahrhunderte hinweg mannigfaltige und bedeutende Kunstschätze zusammengekommen, welche unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Der ausgeprägte Wille zur Repräsentation drückt sich ebenso in den historischen  Schloss- und Gartenanlagen (Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe, Karlsaue mit Orangerie, Schloss und Park Wilhelmsthal) aus, welche seit 2006 zusätzlich zu den Kunstsammlungen von der Museumslandschaft Hessen Kassel betreut werden.

 

Die Landgrafen und späteren Kurfürsten von Hessen Kassel folgten so unterschiedlichen Interessen  wie dem Studium der Astronomie oder einzelner Kunsthandwerke, sie holten die bedeutendsten europäischen Künstler, Mathematiker und Architekten an den Kasseler Hof, sie beschäftigten sich mit Altertümern ebenso wie mit dem Kunstschaffen ihrer Zeit, sie häuften aus Staatsraison Schätze an, sammelten aus persönlichem Vergnügen und ordneten und systematisierten die Sammlungen ihrer Vorgänger immer wieder neu..

 

So stellt sich das Museum im Originaltext vor.

 

Um der Bevölkerung die Kunstschätze des Museums näher zu bringen fand vom 1.Juli bis zum 23. September 1990 eine Ausstellung unter dem Motto „ PORZELLAN AUS CHINA UND JAPAN“ statt. Ergänzend zur Ausstellung wurde ein Buchkatalog mit gleichnamigem Titel herausgegeben, sozusagen einen Bestandskatalog.(Herausgeber: Ulrich Schmidt, Staatliche Kunstsammlung Kassel)

 

 

Schalenpaar, China, zweites Viertel 18. Jahrhundert, famil rose Aufglasurfarben in Rosa,Grün, Blau, Aubergine,Rot und Gold sowie Braun und Schwarz. Höhe: 24 cm

 

 

Bildspiegel von rechter Schale

 

 

Bildspiegel von linker Schale

 

Dieses wunderschöne Buch ist eine große Bereicherung für jeden Liebhaber chinesischer und japanischer Porzellankunst. Für mich als Schalentöpfer, auf der Suche nach alten chinesischen Pflanzschalen, ist es hochinteressant in diesem umfangreichen Werk (588 Seiten) nur drei Schalen zu finden, die zum Bepflanzen geeignet wären.. Aus dieser Tatsache ist fast zu schließen, dass zu jener Zeit so gut keine Pflanzschalen nach Europa exportiert wurden. Tafelgeschirr, Vasen und Schmuckteller waren die gefragte Ware.

 

 

Pflanzschale, China, zweites Viertel 18. Jahrhundert Aufglasurfarben in Rosa,Grün, Blau, Gelb, Aubergine, Braun und Gold

Höhe: 24 cm

 

 

Bildspiegel

 

Möchte man etwas über alte Bonsaischalen erfahren (speziell über alte Porzellanschalen), so wird man in der westlichen Literatur vergebens suchen. In gut einem Dutzend über Porzellan informierenden Büchern, vom Prachtbildband bis zum Taschenbuch, ist so gut wie nichts über Pflanzenschalen, respektive Penjing oder Bonsaischalen zu finden. Pflanzenschalen waren anscheinend nicht gefragt und wurden somit auch nicht importiert.

Was zum Studium bleibt wären nur die Sammlungen einiger weniger Bonsaifreaks, und die wiederum sind so rar wie weiße Raben. Für mich als Töpfer aber ist es unerlässlich zu den Quellen dessen zurückzukehren, was mein Leben zu einem großen Teil ausfüllt, das Töpfern von Bonsaischalen. Kun-tsan, ein berühmter Zen Meister, sagt: „Wer das Wesen der Malerei ergründen will, muß auf die Berge steigen und die Flüsse bis zu ihren Quellen verfolgen, erst dann kann man seine Ideen schaffen.“

Der Motivschatz auf chinesischen Schalen rekrutiert sich aus Religion und Volksglauben. Die reale wie die vorgestellte Erscheinungswelt drücken sich in Zeichen und Symbole aus, sie ist lebensbejahend und sinnesfroh.

Glück, Reichtum und beruflicher Erfolg wurden dem Besitzer eines mit solchen Symbolen bemalten Gefäßes gewünscht. Die Darstellungen der Jahreszeiten, Pflanzen und Tiere sind eine Huldigung an die Natur.

 

Peter Krebs 

 

 

Meinen besonderen Dank an Frau Anja Schaluschke, die es ermöglichte, diesen Artikel schreiben zu dürfen.

 

Bilder und Textauszug wurden freundlicherweise von „museumslandschaft hessen kassel“ zur Verfügung gestellt.


Previous page: Gothaer Penjing-Album
Nächste Seite: Arkanum