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Ho Hsien Ku

HO HSIEN-KU

HO HSIEN-KU, im Bunde der acht Unsterblichen, ist eine Fee. Einmal war sie so müde, erzählt man sich, daß sie Schuh und Strümpfe auszog. Als die anderen Sieben sie bei dieser Unsckicklichkeit entdeckten, rannten sie erschrocken weg. Ein grüner Strumpf aber blieb an einem Litschizweig hängen. Seit dieser Zeit sprechen die Chinesen vom Aufhängen des Grünen. Die Farbe Grün bedeutet Leben und ist ein Symbol des Frühlings. Grün deutet auch den höchsten inneren Frieden an und wenn sie im Traum vorkommt, steht sie für ein gutes Traumende.



Im asiatischem Raum stehen Farben symbolisch sehr stark im Zusammenhang zur Bonsaikunst, besonders in China. Die westliche Bonsaikunst ist ein Übernehmen und Nachahmen der asiatischen Techniken.Symbolisch für mich, zweidimensional, mir fehlt die Entwicklung der dritten Dimension,- der Tiefe. Tiefe in Form von Verbindung zu Mensch und Natur. Das bewußte Zusammenführen und Verschmelzen von den mich täglich umgebenden Dingen, von Gefühlen und Denkweisen.Da steht zum Beispiel einmal die Form des Baumes und seine Ausstrahlung, Erinnerungen an Kindheitsbäume oder Haus-und Familienbäume in Bezug zur Stimmung des im Moment Erlebten. Alles ist miteinander verbunden und im Einklang. Die Fokusierung auf Pflanzentechnik nimmt der Bonsaikunst die Tiefe. Die Technik gehört zwar zum Fundament, entwickelt werden sollten aber auch alle anderen Facetten wie Farbensymbolik, Ästhetik, visuell gefühlte Dinge wie Wärme und Kälte, rauh oder weich, grob oder zart.



Bonsaischalen in Bezug zum Baum können in der Symbolik einen Waldboden, einen Felsen, einen See oder ein Meer darstellen. Grüne Schalen erinnern an Moose und Flechten, blaue an Wasser und Himmel, graue an Stein und Felsen. Dreidimensionales entsteht erst durch den Geist, unser Denken und Fühlen.Alles zusammen ist lebendig und läßt Tiefe entstehen.

 

Die Schalen, die ich Ihnen in diesem Artikel vorstellen möchte, sind alle grün, blaugrün oder türkis glasiert und stanmmen fast alle aus China. Japanische Bonsaigärtner haben zur besseren Unterscheidung chinesische Schalen klassifiziert. Eine der bekanntesten glasierten Schalentypen kommen aus einem Ort in China, in Japan KOCHI genannt. Der Überbegriff der glasierten Schalen lautet "KUSURO MONO". Kochi-Schalen werden unterteilt in SHIRO-KOCHI = weiß, KINA-KOCHI = gelb, AO-KOCHI = blau und SHIKI-SAI-KOCHI =
mehrere Farben (siehe John Y. Naka, Band 2). Bei chinesischen Schalen ist es oft nicht möglich den genauen Herstellungsort oder Töpfer zu benennen, wenn diese Schalen keinen Stempel oder Siegel tragen. Viele dieser Schalen wurden von den einzelnen Töpfereien zu größeren, von der Regierung betriebenen Handelszentren gebracht, und im In-und Ausland weiterverkauft. Da sind z.B. die FUKIEN-Töpfereien in der Provinz Fukien. Sie sind berühmt für ihre glasieten Schalen. Die kantonesischen Schalen sind berühmt für ihre Blau-und Grünglasuren. Diese Töpfereien haben ihren Sitz in KUANGCHOU in der Provinz Kwangtung. Dann gibt es noch die NANBAN Schalen. Sie stammen aus der Gegend von Xiamen an der Südküste Chinas.

Die oben im Bild gezeigte Pen-jing Schale (mit Baum) hat ein ungefähres Alter von 100-150 Jahre. Die schon fast derbe Schale fasziniert durch ihr archaisches Aussehen. Die einstmals kräftige grüne Glasur hat sich von innen her durch Dünger und Wasser an einigen Stellen schon sehr aufgelöst. Ein untrügerisches Zeichen für ihr hohes Alter. Solch eine Patina kann man nicht künstlich erzeugen. (Für mich würde die Schale "Nebel an einem Berghang" bedeuten.) Viele alte grüne Schalen waren nicht lange in Gebrauch. Hier hat sich die Glasur nicht stark verändert, und es ist sehr schwer ihr Alter zu bestimmen. Die anderen hier vergestellten grünen Schalen stehen zum freien individuellen Kunstgenuß.





Bitte beachten Sie auch das kunstvoll hergestellte Ornament-Abzugsloch.

Peter Krebs

Foto Nr.1 (Pen-jing-Schale mit Baum) Josef Wiegand.
Alle anderen Fotos BONSAI ART.
Artikel erschienen im Deutschen Bonsai Magazin BONSAI ART


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