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Kleine Schatztruhe Nr. 5

Möchte man etwas über alte Bonsaischalen erfahren (speziell über alte Porzellanschalen), so wird man in der westlichen Literatur vergebens suchen. In gut einem Dutzend über Porzellan informierenden Büchern, vom Prachtbildband bis zum Taschenbuch, ist so gut wie nichts über Pflanzenschalen, respektive Penjing oder Bonsaischalen zu finden. Pflanzenschalen waren anscheinend nicht gefragt und wurden somit auch nicht importiert.
Was zum Studium bleibt wären nur die Sammlungen einiger weniger Bonsaifreaks, und die wiederum sind so rar wie weiße Raben. Für mich als Töpfer aber ist es unerlässlich zu den Quellen dessen zurückzukehren, was mein Leben zu einem großen Teil ausfüllt, das Töpfern von Bonsaischalen. Kun-tsan, ein berühmter Zen- Meister sagt: „Wer das Wesen der Malerei ergründen will, muss auf die Berge steigen und die Flüsse bis zu ihren Quellen verfolgen, erst dann kann man seine Ideen schaffen.“
Der Motivschatz auf chinesischen Schalen rekrutiert sich aus Religion und Volksglauben. Die reale, wie die vorgestellte Erscheinungswelt, drücken sich in Zeichen und Symbole aus, sie ist lebensbejahend und sinnesfroh.
Glück, Reichtum und beruflicher Erfolg wurden dem Besitzer eines mit solchen Symbolen bemalten Gefäßes gewünscht. Die Darstellungen der Jahreszeiten, Pflanzen und Tiere sind eine Huldigung an die Natur.



Größe: Durchmesser 19 cm x 11,8 cm hoch

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Größe: Durchmesser 13,8 cm x 9,4 cm hoch


Dies ist eine „Weichporzellan“ Schale mit Afglasurmalerei und anschließendem Goldbrand.
Dargestellt wird eine Gartenszene mit einer Frau oder Mutter mit Knaben. Die Zeichnung ist im Gegensatz zu feinen Pastellfarben kräftig und voller Schwung. Eine sehr aparte Schale, deren früherer Goldrand allem Vergänglichen ein Mahnmal ist.
Auf der Rückseite ist ein Gedicht in der berühmten „Grasschrift zu sehen. Links, gerade noch zu erkennen, das Siegel des/der Künstlers/rin
Was in all den Jahren in der Schale Wuchs oder starb, wer sie töpferte, kaufte oder verschenkte, bleibt wohl für immer ein Geheimnis.

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Größe: 17,5 cm x 12 cm x 5,9< cm

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Größe: 19,5 cm x 9,7 cm x 4,9 cm

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Die hier im „Schatzkästchen“ vorgestellten Schalen stammen alle aus der Sammlung von Paul Lesniewicz.
Text und Fotos: Peter Krebs
 


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