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Kunstgenuss

 

Die chinesische Kunst gehört zu den bedeutendsten Kunsttraditionen der Welt.

 

Diese Kunst wird im Westen seit Jahrhunderten gesammelt und kopiert. Trotz dieser langen Zeit des Interesses haben nur wenige Menschen versucht, den wahren Inhalt dieser Kunst zu verstehen. Die chinesische Kunst wurde und wird zwar bewundert und gesammelt, jedoch ist das, was chinesische Künstler ausdrücken wollten und wollen, nur sehr schwer in unsere Sprache umzusetzen.

 

 

 

Es ist eine Art Bildsprache, die sich so nur in China entwickelt hat. Will man sie verstehen, muss man sich mit dem gesamten chinesischen Leben auseinandersetzen. Sehr schwere, ja harte Lebensbedingungen vom Tagelöhner, Bauer bis zum hohen Beamten, prägten seit Jahrhunderten deren Alltag. Die Kunst wurde hier zum Ventil. Sie brachte zum Ausdruck, daß in diesen harten Zeiten das Harmoniebedürfnis, der innere und äußere Frieden, von höchster Bedeutung war.

Es wäre sehr vermessen, dieses subtile chinesische Kunstgefühl hier mit ein paar Worten abhandeln zu wollen, dazu fehlt mir auch das Hintergrundwissen.

 

 

 

Trotzdem, hier der kleine Versuch, dieses Kunstgefühl zu verstehen und nachzuempfinden. Wie stark das Harmoniebedürfnis die chinesischen Künstler beflügelt haben muss, zeigt, daß selbst so banale Alltagsgegenstände wie Pflanz- oder Bonsaischalen opulent ausgemalt wurden. Häuser, Brücken und Schiffe sind eingewoben in eine üppige Frühlingsnatur. Eingebunden in das ewige „Tao“, der Mensch, seine innere und äußere Zufriedenheit

 

 

 

Diese kleine Schale, so konnte man auf den ersten Blick annehmen, sei eine Porzellanschale, ist sie aber nicht, sondern eine Steinzeugschale. Die Maße der kleinen Schale: Höhe 15 cm, Breite 22 cm, Tiefe 22 cm. Sie stammt wahrscheinlich aus IXING (roter IXING Ton). Da nur wenige Schalen in IXING glasiert und bemalt wurden, gehört sie gewiss zu den Raritäten.

 

 

 

In der Bonsaitradition hat sich über den chinesischen Weg ein eigenständiger japanischer Weg entwickelt. Die westliche Welt orientiert sich fast ausschließlich an japanischen Vorbildern. Auch hier ist es für uns sehr schwer, chinesische Kunst zu verstehen. Interessanterweise ist es aber in der Bonsaischalenkunst nie zu einer großen japanischen oder westlichen Form gekommen. Fast alle Schalenformen sind chinesischen Ursprungs.

 

Peter Krebs

 

Fotos:   Bernd Braun

Schale:  Aus der Sammlung von Paul Lesniewicz


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