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Nebari-Verbesserung mit Fahrradschlauch

Auf dem Schlauch: Nebari-Verbesserung

 
Welcher Bonsaifreund hatte nicht schon manchmal den Gedanken, dass er sich am
Nebari seines Bonsai zusätzliche Wurzeln wünschte? Oder das Problem, dass bei einem
Rohling in der neuen Schale eine dicke, gekappte Wurzel nicht unter der Erdoberfläche
verschwinden wollte, so dass sie auszutrocknen und abzusterben drohte?
Für diese Aufgabenstellungen gibt es eine einfache Methode, die in vielen Fällen in relativ
kurzer Zeit erstaunliche Erfolge bringen kann.
Fahrradschlauchgummi wird von Bonsaifreunden schon seit Jahren eingesetzt, um
Befestigungsdrähte abzupolstern oder Äste zu bandagieren, die stark gebogen werden
sollen.
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass sich das schwarze Gummi sehr gut eignet, um
neues Wurzelwachstum zu fördern.

 

 

 

Hier wurde eine dicke, abgesägte Oberflächenwurzel eines alten Weißdorns mit Fahrradschlauchgummi bedeckt.
 
Die Abdeckung aus Fahrradschlauch bietet durch die darunter gehaltene Sonnenwärme
und Feuchtigkeit ausgezeichnete Wachstumsbedingungen und Schutz für neue Wurzeln.

 

 

 

Nach nur einem Jahr werden überraschend kräftige neue Wurzeln enthüllt!

 

 


Bei Baumarten, die von Natur aus ein starkes Wurzelwachstum besitzen, wie Holzquitte,
Dreispitzahorn etc., reicht es aus, die entsprechenden Bereiche des Wurzelansatzes mit
Fahrradschlauchgummi abzudecken und dieses mit Drahtkrampen festzustecken. Die
beste Jahreszeit hierfür ist das Frühjahr. Es bietet sich besonders an, diese Maßnahme
mit dem Umtopfen zu verbinden.
Wenn man im eigenen Garten Kummer mit den Amseln gewöhnt ist, die das Moos aus
den Schalen rupfen, sollte man die Gummistücke besonders gründlich befestigen. Man
kann zum Beispiel die Befestigungsdrähte durch die Abzugslöcher der Schale führen,
damit man die Gummistückchen nicht hinterher unter den Regalen wiederfindet.
Arbeitet man mit Baumarten, die nicht ganz so willig neue junge Wurzeln ausbilden, so
empfiehlt es sich, zusätzlich noch unterstützende Maßnahmen zu ergreifen.
Man sollte dann an den zu bewurzelnden Stellen die Rinde des alten Wurzelansatzes
anstechen oder einschneiden, Wurzelhormon auftragen und Spagnummoos darauflegen,
ehe das Fahrradschlauchgummi darüber befestigt wird.
Ein entscheidender Vorteil dieser Nebari-Verbesserungsmethode ist, dass man kein Risiko
eingeht. Im Falle eines Misserfolgs im ersten Anlauf ist nichts verloren, während nach
gescheiterten Ablaktionen oder Abmoosversuchen oft ein stark entstellter Baum
zurückbleibt.
Deswegen kann man eigene Versuche mit Fahrradschlauchgummi nur uneingeschränkt
empfehlen.

 

 

  

 

Dieses Bild zeigt die Anwendung der Methode bei einer Rotbuche. Foto: Dr. H. Spenneberg

 

 

 

 

Das erfreuliche Resultat nach einer Wachstumssaison: eine wunderschöne, neue, rotbraune Wurzel rechts im Bild. Foto Dr. H. Spenneberg
 


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