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Potts tausend

Potts tausend!

Neue Wirkung durch andere Schale

von Katsumi Kumiya

Eine Schale ist nicht nur ein Behälter für Baum und Erde, sondern ein wichtiges Element für die ästhetische Wirkung eines Bonsai. Sie soll die Schönheit des Baumes unterstreichen und sich sogar in den Untergrund verwandeln, in dem sich der Betrachter den wachsenden Baum vorstellen soll. In diesem Fall soll die Schale eines Rosenshohin ausgetauscht werden; wie Sie sehen, mit einem überraschenden Ergebnis.  Rosenbonsai sind in der Regel Exemplare der Art Rosa wichuraiana, oft in Größen, die man der Klasse der Shoin (bis 20 cm Höhe) zuordnet. Diese Windrose wird wegen ihres leuchtend grünen Blattwerks, der Ausstrahlung der sich gegen Juni öffnenden weißen Blüten und wegen der Früchte, die im Herbst reifen, geschätzt. Sie kann daher als Bonsai unter Blütenspezies oder auch Fruchtspezies eingereiht werden. Ihre Attraktivität liegt in dem lebendigen Farbkontrast zwischen dem intensiven Grün der Blätter, dem alten rötlich braunen Stamm und den signalroten Früchten. Die neue Schale, die die bisherige ersetzen wird, soll gerade diese Merkmale hervorheben.

In wenigen Worten zu erklären, warum eine Schale passend ist oder nicht, ist nicht leicht. Aber im konkreten Fall dieser Rose ist es wichtig, dass sich diese Schale an den Charakter der Jahreszeit anpasst, in der das Exemplar ausgestellt wird. Während der Blüte sind die Farben, die bei dieser Art am besten miteinander harmonieren, Gelb, Grün und Rot (Farben, die farbliche Aspekte der Pflanze aufgreifen), während zurzeit der Fruchtbildung eine weiße Schale die jahreszeitliche Faszination hervorhebt (wobei Weiß Nebel oder Schnee symbolisiert). Auch schlichte einfache oder auch bemalte Schalen sollten nicht ausgeschlossen werden. Es gibt, was die Auswahl der Schale betrifft, keine festen Regeln. Bei einer Präsentation soll sie auch die Sichtweite des Ausstellers vermitteln.

Zur Vorbereitung eines Bonsai auf eine Ausstellung gehört also auch die Wahl einer geeigneten Schale. Die Schale ist so wichtig, dass in den Bewertungstabellen der Jury ein eigener Abschnitt dazu zu finden ist, in dem diese nach Farbe, Form, Abmessungen und dem Zusammenwirken all dieser Elemente bewertet wird.

 

Wichuras-Rose (Rosa wichuraiana), Höhe 14 cm. Ein gutes Shohin-Exemplar.

Die Schale soll ausgetauscht werden. Die neue Wahl unterstreicht den Farbkontrast zu den Früchten und stellt die Jahreszeit stärker heraus:

Beginn der Arbeiten. Der Baum wird aus der Schale genommen.

Ordnen der Wurzeln. Da die Kultivierung in einer kleinen Schale nicht ganz einfach ist, könnte man geneigt sein, sich für eine überdimensionierte Schale zu entscheiden. Will man aber das Aussehen des Exemplars hervorheben, muss man sich für eine ästhetisch passende Dimension der Schale entscheiden, auch wenn sie dann klein ist.

Auffällig das typische Aussehen des Rosenstamms. Als Art wächst sie wild an felsigen Küsten oder an Flussrändern, wo kräftige Wurzeln benötigt werden, um sich im Boden zu verankern. Wie dünn auch der Stamm sein mag, die Wurzeln entwickeln sich immer in beeindruckender Form. Könnte man eine Rose aus Wurzelstecklingen vermehren, wären diese Exemplare äußerst spektakulär. Leider handelt es sich um eine für diese Spezies wenig effektive Methode.

Der Bonsai hat sein Aussehen stark geändert. Form und Farbe der Schale sind wichtig, um die Farbe der Früchte und des Stamms zu unterstreichen.

Ausstellungsarrangement. Hier wurden eine Wichuras-Rose (Rosa wichuraiana) und eine Ajanfichte (Picea jezoensis) zusammengestellt.

Dieser Artikel wurde freundlicherweise von BONSAI ART zur Verfügung gestellt


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