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Die Schätze des Herrn I.C. Su Nr. 1

Alte Bonsaischalen aus der Sammlung von I.C. Su

Die Schalenkollektion von Herrn I.C.Su aus Taiwan zählt zu den bedeutendsten Sammlungen weltweit

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Die chinesische Kunst gehört zu den bedeutendsten Kunsttraditionen der Welt.
Diese Kunst wird im Westen seit Jahrhunderten gesammelt und kopiert. Trotz dieser langen Zeit des Interesses haben nur wenige Menschen versucht , den wahren Inhalt dieser Kunst zu verstehen. Die chinesische Kunst wurde und wird zwar bewundert und gesammelt, jedoch ist das, was chinesische Künstler ausdrücken wollten und wollen, nur sehr schwer in unsere Sprache umzusetzen.

Bild 1

Es ist eine Art Bildsprache, die sich so nur in China entwickelt hat. Will man sie verstehen, muß man sich mit dem gesamten chinesischen Leben auseinandersetzen. Sehr schwere, ja harte Lebensbedingungen, vom Tagelöhner, Bauer bis zum hohen Beamten prägten seit Jahrhunderten deren Alltag.Die Kunst wurde hier zum Ventil. Sie brachte zum Ausdruck, daß in diesen harten Zeiten das Harmoniebedürfnis, der innere und äußere Frieden von höchster Bedeutung war.

Für mich als Töpfer aber ist es unerläßlich, zur Quelle dessen zurückzukehren,
was mein Leben zu einem großen Teil ausfüllt: das Töpfern von Bonsaischalen.

Kun-tsan, ein berühmter Zen-Maler, sagt:" Wer das Wesen der Malerei ergründen will, muß auf die Berge steigen und die Flüsse bis zu ihren Quellen verfolgen, erst dann kann man seine Ideen schaffen."

Der Motivschatz auf asiatischen Schalen rekrutiert sich aus Religion und Volksglauben. Die reale wie die vorgestellte Erscheinungswelt drücken sich in Zeichen und Symbolen aus. Glück, Reichtum und beruflicher Erfolg wurden dem Besitzer eines mit solchen Symbolen bemalten Gefässes gewünscht. Die Darstellung der Jahreszeiten, Pflanzen und Tiere waren eine Huldigung an die Natur.

Bild 2

Ein beredtes Zeugnis aus jener Zeit ist diese alte Bonsaischale aus der Sammlung von Herrn I.C. Su aus Taiwan. Die Malerei der unglasierten Schale wurde ohne Schablone mit schnell ausgeführten Pinselstrichen gesetzt, fast schon modern.

Es ist einfach verblüffend, wenn man hört, daß die Schale aus der Qing Dynastie stammt (1644-1911). Sie strahlt Jugendlichkeit und Frische aus. Sie ist mit einer dunkelbraunen, fast schwarzen Engobe bemalt. Wasser, Berge, Tiere und Pflanzen sind eine einzige Huldigung an die Natur. Die Bildkomposition der Vorderseite zeigt Wasser, kleine Inseln und ein kleines Ruderboot.

 Schale und Foto: I.C. Su

Text: Peter Krebs

Artikel erschienen im Schweizer Bonsai Magazin " MENSCH UND NATUR ".

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MÄANDER

 

 

Diese Schale gehört für mich zu den schönsten Schalen aus der Kollektion. Leider habe ich sie nur auf einem Foto gesehen. Wie gerne aber würde ich sie anfassen und versuchen, sie mit allen Sinnen zu verstehen. Ein Kunstgenuß für einen Schalen -Freak.

 

Der sehr feminine Körper der Schale besteht aus fast bronceartigem, schwarzbraunem Ton. Die auf hohen Wolkenfüßchen stehende Schale ist in der oberen Hälfte von einem Drachenornament mäanderartig umschlossen.

 

 

Diese stilisierten Drachen aus der Ming-Dynastie ruhen wiederum auf einem Donnermäander, der sich auch am oberen Rand in feinster Form wiederholt. Schon in sehr frühen chinesischen Texten wird der Donner als "Lachen des Himmels" erwähnt. Für ängstliche Menschen bedeutet es aber auch der "Ärger des Himmelgottes".

 

Schale und Foto: I.C. Su

 

Text: Peter Krebs

 

Artikel erschienen im Schweizer Bonsai Magazin MENSCH UND NATUR.

 

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In der Schalentöpferei Chinas kann man gelegentlich auch ganz ausgefallene Schalenformen finden, so wie diese hier, die naturalistisch einer sehr alten Kiefer nachempfunden wurde.

 

Das Abbild des Baumes ist kräftig und stark, die hervorspringende Rinde rissig und borkig. In einer kleinen Stammhöhle ist noch ein Zweig mit kleinen Kiefernzapfen zu sehen.

Diese Schale wurde von Jiaqi Chen in der Ming-Zeit 1368 - 1643 n. Chr. getöpfert.

Der lila-braune Ton ist auch heute noch weltberühmt. Ton und Herstellungsort ist Yixing. (mehr über die Stadt Yixing und seinen Ton siehe hier)

Schale und Foto: I.C. Su

Chin. Kartenübersetzung: Li, Yang

Textüberarbeitung: Peter Krebs

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Die Landschaftsmalerei ist die wichtigste Malerei in der chinesischen Geschichte. Bei der Betrachtung fühlt man sich in der echten Landschaft und erlebt die Eigenartigkeit der Natur.

Mittels der Landschaftsmalerei integriert sich die Kunst durch die Schale in die Bonsaigestaltung und vermittelt die Schönheit der Natur.

Die Malerei auf dieser Schale ist äußerst exquisit, und stellt die Landschaft am Unterlauf des Yangzi dar. Der Malstil stammt aus der Wu-Schule gegen Ende des 15. Jahrhunderts.

Diese Schale ist extrem hochwertig und wertvoll, sie gehört zu den schönsten Schalen in der Sammlung des Herrn I. C. Su.

Schale und Foto: I.C. Su

Chin. Kartenübersetzung: Li Yang

Textüberarbeitung: Peter Krebs