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Seltene Schalen und Meisterwerke

Seltene Schalen und Meisterwerke.

Im frühen 7. Jahrhundert begannen koreanische Töpfer mit der Herstellung von Porzellan in Japan. Diese brachten auch das nötige Know-how mit, dass zur Herstellung eines hochwertigen Porzellans notwendig war. Der Ursprung des Porzellans aber ist chinesisch und so ist es nicht verwunderlich, dass Herstellung und Dekorierung des Porzellans lange Zeit eng mit chinesischem  Geschmackempfinden verbunden war, und auch heute noch ist.

Das japanische Porzellan war bereits im 17. Jahrhundert in Europa sehr beliebt. Wohlklingende Namen wie "Imari- oder Kakiemon" Porzellane waren so beliebt, dass sie in Europa in großer Anzahl kopiert wurden.

Das Zentrum des japanischen Porzellans war die Insel Kyushu (im Süden japans) und hier war es ganz besonders die Stadt Arita, in der die besten Handwerker des Landes angesiedelt waren.

Glasierte Schalen in außergewöhnlicher Form, seitlich mit dem Namen des Künstlers signiert. Maße: 20 cm x 20 cm x 21 cm. Die Schale nimmt die Form eines klassischen Präsentationstischchens auf und lässt so die Schale fast verschwinden.

Ein Meisterwerk der Imari Töpfer. Diese Schale ist üppig überzogen mit floralen Motiven, Vögel und einem heroischen Krieger in voller Ausrüstung.

Besonders typisch für japanische Schalen die hohen Füßchen, hier als Wolkenfüßchen dargestellt, auch wieder mit floralem Muster.

Blau-Weiß-Technik  Abmessungen: 22,5 cm x 17,2 cm x 10,7 cm

Blau-Weiß-Porzellan Japan siehe hier

In der Nähe von Arita (Präfektur Saga im Norden von Kyushu) liegt die Hafenstadt Imari. Von hier aus wurden die Porzellanwaren aus Arita zu anderen Orten in Japan verschifft. Schiffe der Niederländischen Ostindieschen Kompanie brachten dann das Porzellan nach Europa.

Das Imari Porzellan , das sich den Namen von der Hafenstadt ausgeliehen hat, wurde in oder in der Nähe vonArita hergestellt. Es sind die Stilformen, die den Unterschied der Porzellane ausmacht, man spricht von Arita- Imari-, Kakiemon und den Iro-Nabishima-Stil. Diese Stilformen waren teilweise so beliebt, dass sie in Europa und sogar in  China hochwertig kopiert wurden. (in Europa z.B. in England die Manufakturen von Staffordshire, in Deutschland z.B. der Manufaktur Meißen usw.)

Japan besitzt ausgezeichnete und hochwertige Tonsorten, um ein exzellentes Porzellan zu erstellen..

China und Korea haben die Dekormotive des Porzellans in Japan stark beeinflusst, später aber entwickelten sich einzigartige Stilrichtungen, die typisch japanisch sind.

Hierzu gehören im Besonderen die vorher beschriebenen Töpfereien  mit ihren eigenen Motiven. Imari-Arita-Kakiemon Stilrichtungen sind das Zentrum des "goldenen Zeitalters des japanischen Porzellans". (empfehlenswert:  jährlich  Arita-Keramikbasar vom 29.April bis 5.Mai in Arita-machi, Präfektur Saga)

Berühmte Bonsaischalen aus Arita/Imari, drei exzellente Beispiele allerhöchster Porzellankunst.

 Zwei Schalen in der "Iroe"Technik, ein prächtiges Design in opulenten Farben.

Bemaltes Imari-Porzellan. Eine Schale, die schon sehr lange in Gebrauch war und hierdurch eine unbeschreiblich schöne Patina bekommen hat. Der gerahmte innere Teil, die sogenannte Bildreserven der Schale, sind aufgemalt und wie die gesamte Schale üppig dekoriert. Auch hier sehen wir wieder die hohen Wolkenfüßchen.

Abmessungen: 31,6 cm x 26 cm x 20,4 cm

Der Löwe, (Schischi) ist in der Symbolik Chinas und Japans eher ein Zwitterwesen, bestehend aus Löwe und Hund (dem chinesischen Pekinesen gleich). Der Löwe, der hier auf der Schale dargestellt wird, hat deswegen wenig Ähnlichkeit mit einem lebendigen Löwen.

In der Regel werden diese Löwenwesen als Paar abgebildet. Der männliche Löwe wird oft mit einem Horn auf der Stirn abgebildet, der weibliche jedoch nicht. In Zusammenhang mit anderen Symbolen wie Löwenjunges, Ball, Päonien  und Glückswolken werden immer in verschiedenen Auffassungen dargestellt. Der Löwe steht für die absolute Stärke, und nicht einmal das Element Wind kann ihm etwas anhaben, deswegen wird er oft zerzaust in "Wellen und Wolkenhaaren" dargestellt, wie hier auf dieser schönen Schale.

Ganz besonders auffallend auch die  wunderschönen Griffköpfe.

Ein Löwe, der seine Zunge herausstreckt, und die Schalenfüßchen, die einer Tatze ähnlich sehen.

Ornament - und florale Muster, (Bambus, Ahorn, Kiefer) überziehen die ganze Schale, ein Meisterwerk der Töpferkunst. 

Quadratische Schale mit nach auben gezogenen Seiten, bemalt mit Löwen und Landschaft.

Abmessungen: 11,5 cm x 11,5 cm x 8,8 cm

 

Diese Schale ist typisch für chinesische Schalen.

Es ist nicht zu unterscheiden, ob es sich hierbei um eine original chinesische oder sehr gut kopierte japanische Schale handelt.

Die hier gezeigten Drachenmotive wurden so in der "Zhou-Dynastie" (die Periode der "Streiten der Reiche") 475 - 221 v. Chr. dargestellt. In der Mitte zwischen den beiden Drachen ein Schriftsymbol für Glück, Wohlstand und Langlebigkeit, eines der ältesten Symbole zur Dekoration auf Bonsaischalen. Die Form der Schale ohne Motive ist auch heute noch modern und in Gebrauch.

Abmessungen: 18 cm x 13 cm x 7 cm

 

Rechteckige Schale mit Wolkenfüßchen und nach außen gewölbtem Rand, blau glasiert.

Abmessungen: 34 cm x 23,9 cm x 14,7 cm

 

Rechteckige Schale mit Wolkenfüßchen und überstehendem Rand und geschnittenen Kanten aus unglasiertem Steingut. Engoben Kassettenmalerei mit Landschaftsmotiven.


Abmessungen: 30,2 cm x 19 cm x 9,9 cm

 

In Japan widmen sich mehrere Ausstellungen ausschließlich den Schalen und präsentieren klassische und moderne Meisterwerke. In diesem Artikel präsentieren wir einige glasierte und unglasierte Werke, die sich durch ihre außerordentliche Schönheit auszeichnen. Sie waren auf einer Ausstellung zu bewundern, die in Kobayashis Museum Shunka-en in Tokio ausgerichtet wurde.

Dieser Artikel wurde freundlicherweise von BONSAI ART zur Verfügung gestellt

Textüberarbeitung: Peter Krebs 


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