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Heian Kouzan

 

HEIAN KOUZAN (平安香山) Teil 2

 

In diesem Artikel, Teil 2, betrachten wir unglasierte Schalen von Heian Kouzan, die Schalen der 2. Generation Heian Kouzan, einige Shohin-Bonsai in Kouzan-Schalen und die Siegel und Signaturen von Heian Kouzan.

 

 

 


UNGLASIERTE SCHALEN VON HEIAN KOUZAN

 

 

 

 

Es ist leicht zu erkennen, dass dies ein Meisterwerk der ersten Töpfergeneration Kouzan ist. Der polierte Ton ist wundervoll und die starken Linien der Schale erscheinen lieblicher durch die verzierten Füße und das am unteren Rand verlaufende Band.

 

 

 

Auch wenn die Fotoqualität dieser Auswahl von Ansichten derselben Schale nicht sehr gut ist, kann man dennoch die hervorragende Arbeit sehen und das seltene dreifache Siegel aus der Vorkriegszeit.

 

 

 

 

Diese ist die unglasierte Schwester des glasierten KouOu-Quartetts aus Teil 1. Saubere Linien und wunderbarer Ton mit einer schönen polierten Oberfläche.

 

 

 

Diese Auswahl gehört dem ständigen Förderer meiner Internetseite, Matt Ouwinga von Kaede Bonsai. Der Ton ist rustikaler als bei den typischen Kouzan-Schalen.

 

 

 

Eine unglasierte KouOu-Schale aus meiner Sammlung. Die sechsfüßige Basis und der Hanfseilrand sind typische Elemente für Kouzan, die er sowohl für frühe als auch spätere Werke verwendete. Ein unglaubliches Exemplar seiner frühen Arbeit in diesem Stil, das in einem Noborigami-Holzofen gebrannt wurde, ist in dem Artikel zu sehen, den Peter Warren für den Bonsai Focus Nr. 60 übersetzt hat. Es handelt sich dort um ein hervorragendes Exemplar mit einer feinen Öltropfenglasur!

 

 

 

 

Detail des Schalenbodens, das die Füße und die KouOu-Signatur auf Porzellan zeigt.

 

 

 

 

Ein Paar KouOu-Schalen mit Schachtel und signiertem Tuch. Es ist sehr selten, Kouzan- oder KouOu-Schalen mit dieser Ausstattung zu finden, und noch seltener ist überhaupt ein solches Paar. Die starken, kühnen Linien der Schalen sind typisch für KouOus unglasierte Schalen.

 

 

 

 

Eine braune Tonschale mit Kouzans typischen starken Linien und Wolkenfüßen.

 

 

 


Eine quadratische Halbkaskadenschale von Kouzan.

 

 

 

 

Eine ganz typische Schale von Kouzan aus braunem Ton mit Wolkenfüßen. Gerade Linien und saubere Arbeit vom „Rasiermesser-Kouzan“.

 

 

 

Eine flache rechteckige Schale aus rotbraunem Ton, aus meiner Sammlung. Sie ist mit „Kouzan“ signiert, ich glaube jedoch, dass sie entstanden ist kurz bevor er den Namen „KouOu“ angenommen hat.


 


Zum Abschluss unserer Betrachtung der unglasierten Schalen von Kouzan ist hier eine unglasierte rechteckige zu sehen, mit einer in Schwarz aufgemalten Landschaft. Die Schale selbst, mit ihren sauberen, scharfen Linien, ist typisch für Kouzans Arbeit, die schwarze Glasurmalerei dagegen ist eine Seltenheit.

 

 

 

 

DIE ZWEITE GENERATION HEIAN KOUZAN

 

 

Die Schalen aus der zweiten Kouzan-Generation sind oft rund, da Kouzan junior ein Meister an der Töpferscheibe ist. Seine nicht gedrehten Schalen sind schön, reichen jedoch nicht an die Qualität und die feinen Details der Werke seines Vaters heran.

 



 

Drei Schalen von Kouzan junior, die sich in meiner Sammlung befinden. Die höhere Kaskadenschale ist typisch für den jüngeren Kouzan, ebenso wie die beiden verschieden großen ovalen Schalen in Kinyo-Blau.

 

 

 

 

Eine gelbe Schale mit Craquelé von der zweiten Generation Kouzan. Ein wirklich exzellent glasiertes Stück.

 

 

 

Eine ganz untypische Schale von Kouzan junior. Die Glasur ist sehr schön und einzigartig. Man beachte die Signatur, die oben rechts im Bild eingefügt ist. Sie lautet „Shin Kouzan“ (Neuer Kouzan).

 

 


HEIAN KOUZAN KÜNSTLER-SIEGEL UND SIGNATUREN


 

 

 

Diese sind die am häufigsten zu findenden Kouzan-Marken. Die letzten beiden wurden zwar sowohl von der ersten als auch von der zweiten Generation verwendet, sind aber viel häufiger auf den Schalen der zweiten Generation zu sehen.

 

 

 

 

 

Diese beiden Siegel stammen aus der ersten Generation und sind frühen Werken zuzuordnen.

 

 

 

 

Dies ist eine echte Rarität, die es sowohl bei der ersten, als auch bei der zweiten Kouzan-Generation gegeben hat. Dieses Siegel lautet „Yamaha Sen” und Kouzan-Schalen mit dieser Marke wurden speziell von Herrn Hatanaka in Auftrag gegeben, dem Autor eines berühmten Buchs über Bonsai-Keramik.

 

 

 

 

Ein frühes Werk der ersten Generation, bei dem die Signatur mit einem Nagel eingeritzt wurde.

 

 

 


Shin Kouzan, zweite Generation, mit einem Nagel eingeritzte Signatur.

 

 

 

SHOHIN BONSAI IN SCHALEN VON HEIAN KOUZAN

 

 

 

Eine sehr schöne ovale Schale mit Hühnerblutglasur mit einem ausgesprochen schönen Stinkahorn. Die laubabwerfende Japanische Premna ist in letzter Zeit meine Lieblingsart, da sie unglaublich vital ist und sich sehr schnell verzweigt.

 

 

 

 

Eine Japanische Winterbeere in einer ovalen Schale aus der zweiten Kouzan-Generation.

 

 

 

 

Eine sehr schöne Potentilla in einer dunkelblau glasierten, flachen, rechteckigen Kouzan-Schale.

 

 

 

 

Ein Sternjasmin in einer rechteckigen Schale mit Rotkehlcheneierschalenglasur und Wolkenfüßen.

 

 

 

 

 

Eine Schwarzkiefer in einer unglasierten, rechteckigen Kouzan-Schale. Die meisten Kouzan-Schalen sind ein wenig zu flach und nicht imposant genug für Kopfbäume im Shohin-Display, aber diese hier passt gut.

 

 

 

 

 

Eine Mädchenkiefer in einer unglasierten Schale von Kouzan. Eine wirklich schöne Kombination.

 

 

 

 

Eine weitere japanische Winterbeere (Ilex serrata) in einer hellblauen, rechteckigen Schale der ersten Kouzan-Generation. Bäume mit roten Beeren in blauen Schalen werden mir nie langweilig.

 

 

 

 

Eine Zelkowe in Besenform in einer blauen, ovalen Schale der ersten Kouzan-Generation. Dieser Shohin ist zum ausgewiesenen Shohin-Meisterwerk ernannt worden.

 

 

 

Ein Dreispitzahorn in einer typischen, rechteckigen Kouzan-Schale.

 

 

 

 

 

Dies ist etwas Einzigartiges! Man sieht nicht oft Shimpaku-Wacholder in glasierten Schalen und schon gar nicht ausgewiesene Shohin-Meisterwerke! Irgendwie funktioniert es trotzdem, auch wenn es erst einmal irritierend wirkt, weil es so ungewohnt ist.

 

 

 


 

Ein Dreispitzahorn in Floßform oder mit verbundenen Wurzeln, in einer tiefblau glasierten Kouzan-Schale. Oft lassen die Künstler die Füße unglasiert, um den Ton sehen zu lassen. In diesem Fall hebt der helle Ton die Farbe der Rinde hervor, ein sehr reizvolles Detail.

 

 


 

Zum Abschluss bin ich heute nachmittag nach draußen gegangen und habe einen Schnappschuss von einer meiner Shohin-Zelkowen gemacht, die in einer gelben Schale der zweiten Generation Heian Kouzan steht. Hier im tiefen Süden der USA (Bundesstaat Mississippi) ist Anfang November erst früher Herbst und die Herbstfärbung der Blätter hat noch nicht begonnen. Dieser Baum war für ein Display auf einer Ausstellung eingeplant, die jedoch verschoben wurde. Ich hätte ihn nur für ein paar Tage in den Kühlschrank stellen müssen und - zack - hätte er rote und gelbe Herbstfarben ein paar Tage vor der Show gehabt. Das hätte toll ausgesehen, mit der gelben Kouzan-Schale. Ein anderes Mal klappt es bestimmt, ich freue mich darauf!

 

 

 

Artikel und Fotos wurden freundlicherweise von Michael Ryan Bell (USA) zur Verfügung gestellt.

www.japanesebonsaipots.net

 

Übersetzung: Heike van Gunst

 


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