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Masako Esaka 1

Experimente mit extravaganten Schalen

Ein interessanter Aspekt der Leidenschaft, Gräserbonsai zu kultivieren, ist, mit Schalen in vielfältiger Form zu experimentieren,. Dabei muss man sich nicht nach den üblichen Regeln richten. Sicherlich ist es leichter, ausgefallene Schalen mit Gräserbonsai zu bepflanzen, als einen Baum dafür zu finden. Auf diesen Seiten kreiert Masako Esaka Kompositionen aus Gräsern in Einzelschalen, die von japanischen Keramikmeistern geschaffen worden sind.

Dominante Pflanzen für starke Schalen

Die Schale fand ich auf einer Schau für Bonsaischalen. Es handelt sich um eine Keramik mit lebhafter Glasur, die den Titel "Nostalgische Erinnerung" trägt.

Um zu verhindern, dass die Schale mit ihren kräftigen Farben die Komposition dominiert, wird eine Taglilie (Hemerocallis) mit leuchtend gelben Blüten ausgewählt, die zusammen mit einer Blaunessel (Meehania variegata) kombiniert werden soll.

Der vorbereitete Boden ist eine Mischung aus Akadama (70%) und Lavagranulat (30%) in drei Korngrößen.

Das Drainageloch wird mit einem Netz abgedeckt.

Auf den Boden der Schale wird eine Substratschicht mit groben Körnern aufgebracht.

Auf die Drainageschicht kommt eine Schicht mittlerer Korngröße

Die Lilie wird aus ihrem Behälter genommen.

Die Schale ist für eine Pflanze zu groß, sodass ein drittes Element hinzugefügt werden soll: eine Funkie (Hosta), deren Ballen ebenfalls zum Teil von Erde befreit wird.

Um die Positionen in der Schale festzulegen, gilt es den optischen Eindruck der gelben Blüten und der Blätter zu bewerten. Die Blüten der Lilie , wie auch die Blütenknospen der Funkie, sollten sich möglichst zur Ansichtsseite der Kompositionen drehen.

Um die Besonderheiten der Schale zu unterstreichen, ist die Position der Nessel wichtig.

Tritt die Blaunessel aus der Ansichtsseite der Schale mit ihren weichen und eleganten Linien hervor, reduziert sich die Bedeutung der Schale als Brennpunkt.

Die Blaunesselranke auf die linke Seite und die Lilie etwas gedreht?

Schließlich kann man noch die Ansichtsseite verändern. Vielleicht ist das der bessere Blickwinkel

Ist die Lage jedes einzelnen Elementes einmal entschieden, wird der verbleibende Raum mit Substrat gefüllt.

Im Hinblick auf die Ausstellung sollte man an die Verfeinerung der Oberfläche denken. Da die Farbe der Schale vorwiegend blaugrün ist, wäre Moos von wiederholender Eintönigkeit. Eine Schicht feinen Lavagranulates wirkt zurückhaltend.

Nach Fertigstellung der Komposition wird diese auf einem besonderen Tisch präsentiert.

Ein anderes, auf der gleichen Ausstellung für Bonsaischalen erstandenes Gefäß: eine dreieckige, markant glasierte Schale.

 

Prüfen der optischen Wirkung eines Grases (Miscanthus)

Der Komposition scheint noch etwas zu  fehlen und die Künstlerin entscheidet sich, dem Gras (Miscanthus) noch eine Bartblume (Caryopteris variegata)  hinzuzugesellen.

Die Bartblume wird in zwei Teile geteilt.

Der dichtere Teil kommt an die Ansichtsseite, der andere an die Rückseite.

Die Komposition erscheint jetzt zu monoton. Der hintere Teil der Caryopteris wird wieder entfernt.

Aufbringen des Mooses auf die Oberfläche.

Die roten Glasurläufer sind auf den drei Seiten der Schale  unterschiedlich. Als Ansichtsseite wird die Seite gewählt, die den leichtesten Eindruck macht. Auf diesem Foto ist die Seite zu sehen, auf der die Glasur zu massig wirkt.

Die fertige Komposition. Das quadratische Tablett ist meisterhaft eingesetzt. Die Kalligrafie im Hintergrund ist eine Einladung,  es sich bequem zu machen und einen Tee zu trinken.

 

Dieser Artikel wurde großzügigerweise von BONSAI ART zur Verfügung gestellt.


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