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Masako Esaka 2

Neugier auf Fremdes

Ungewöhnliche Präsentation

Bei allen Unterschieden treffen sich Keramik- und Gestaltungskunst in der Kreation eines absolut einmaligen Werkes, dass wir Bonsai nennen. Die auf diesen Seiten präsentierte Arbeit wurde von einer jungen Künstlerin, Masako Esaka, geschaffen. Sie war das letzte Mal in Ausgabe 67 vertreten  und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Keramik. Das Arrangement heißt "Die Zeit vergeht" und besteht aus sieben runden Schalen. Drei sind einzelne Schalen und vier sind zu einem Halbkreis verbunden. Es handelt sich um ihre persönliche Interpretation der Bonsaikunst, in der besondere Behälter und Ständer für Schalen zur Präsentation  genutzt werden. "Ich weiß nicht, ob die Komposition der Besonderheit der Schale angemessen Rechnung trägt", entschuldigt sich Frau Esaka. "Sieht man diese Schalen, könnte man denken, dass sie besonders für schmale Koniferen in Säulenform gedacht sind. Ich meine dagegen, sie sind eher für Bäume mit einer akzentuierten Bewegung geeignet."

 Der auf der linken Seite in der rechteckigen Schale stehende Jasmin ist zu dicht und wirkt zu schwer.

Die von Frau Esaka ausgesuchten Schalen. Die Höhe der Behälter beträgt ungefähr 15 cm, der Durchmesser der größten Schale beträgt 25 cm.

Dieser Hartriegel steht dagegen mit dem Gesamtwerk in einem harmonischen Verhältnis.

Die auf der rechten Seite stehende Aprikose hat zu dicke Äste und zu sparrige Zweige. Sie steht in keinem harmonischen Verhältnis zum Hauptbaum.

Das Loch im Boden der Schale ist eher klein.

Verfügt die Schale nur über ein Loch, muss man sich etwas einfallen lassen, um den Draht zur Verankerung des Baumes zu befestigen..

Der Baum wird sorgsam in der Schale befestigt,...

 ...zuvor muss aber seine Neigung geprüft werden.

Mit einem kleinen Bambusstöckchen wird die Erde zwischen die Wurzeln gebracht.

Vorbereitung der Komposition

Zu dem von Esaka für die Durchführung dieser innovativen Arbeiten ausgesuchten Material gehört eine Kamelie (Camellia) in Kaskadenform, eine Kamelie mit geneigtem Stamm, eine Aprikose (Prunus mume), ein Hartriegel (Cornus officinalis), ein Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) und schließlich ein Bambus und ein Löwenzahn (Taraxacum). Anstatt der kleinen Tische hat sie sich für Schalenständer aus Metall in einer geschwungenen Form entschieden. Nachdem sie das Material unter Berücksichtigung der visuellen Wirkung untersucht hat, entscheidet sich Esaka für eine Kamelie mit geneigtem Stamm und einen Hartriegel. Die Äste der Aprikose sind zu kräftig und der Baum steht in keinem guten harmonischen Verhältnis zu dem Hauptbaum. Die geneigte Kamelie dagegen dagegen steht, sei es wegen ihrer Größe, sei es wegen der Gestaltung ihres Zweigwerks, zu dem Hauptbaum in einem harmonischen Verhältnis. Auch der Winterjasmin wird ausgeschlossen. Seine feine, ausdifferenzierte Verzweigung stört die Atmosphäre der Komposition, die dagegen von den einfacheren und klareren Linien des Hartriegels unterstützt wird.

Auf den nachfolgenden Fotos ist die Positionierung der Elemente zu sehen. Nachdem das Material, das verwendet werden soll, einmal festgelegt ist, folgt der erste Arbeitsschritt, das Umpflanzen des Hauptbaumes: eine Kamelienkaskade. Hierbei taucht das erste Problem auf: Die Schale verengt sich und es ist nur ein einziges Loch vorhanden, außerdem steht die Schale nicht stabil. Während der letzten Kokufu-ten gab es ein Seminar über Schalen, in dem die Notwendigkeit angemahnt wurde, dass die Keramikmeister auch die praktischen Aspekte  der Schalen für die Bonsai berücksichtigen sollten. Wie prächtig auch die Verbindung zwischen Pflanze und ihrer Schale sein mag, so ist der praktische Aspekt  doch von großer Bedeutung.

Nach Beendigung des Umpflanzens wird das Moos auf den Boden  aufgebracht. Dies ist eine wichtige Verfeinerungsarbeit, die das Gefühl von Natürlichkeit wiedergeben soll. Man kombiniert Moos verschiedener Varietäten und Färbungen, das eine leicht wellige Oberfläche erzeugt und so natürlicher erscheint. Die als Ansichtsseite ausgesuchte Seite  des Hauptbaumes der Kamelie ist interessant. Die Bäume, mit der sie kombiniert wird, unterstreichen ihre Bewegung und kompensieren sie gleichzeitig. Damit dieses dynamische Spiel gelingt, sind die richtige Position und die angemessene Höhe der Nebenelemente wichtige Faktoren. Außerdem ist der Raum zwischen dem Hauptbaum und den weiteren Elementen der Komposition  von Bedeutung. Es handelt sich allerdings um Faktoren, die nicht mit einem mathematischen Wert belegt werden können, sondern durch die Feinfühligkeit des Gestalters bestimmt werden, die dieser durch das Betrachten guter Kompositionen entwickelt hat. "Die Kunst kennt keine starren Regeln", bekräftigt Esaka.

 

Man sollte Moos verschiedener Art und Färbung sammeln.

Das Moos wird im Wasser von der Erde befreit.

Aufbringen des Mooses auf die Oberfläche.

Für ein natürliches Aussehen sorgen.

Nach Beendigung der Arbeiten wird reichlich gegossen.

Zu dicke Moospolster abflachen.

Komposition "Die Zeit vergeht". Gestalter der Bonsai: Taiju Esaka. Hauptbaum: "Begegnung im Frühling", Höhe 85 cm.

Arrangeurin: Masako Esaka

Dieser Artikel wurde freundlicherweise von BONSAI ART zur Verfügung gestellt 


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