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Miniporzellan 1

Mini - Porzellan  1

 

Seit einigen Jahren ganz groß im Kommen, die ganz Kleinen. Minis, Fingerspitzen oder Einhandbonsai. Es ist faszinierend, einen Baum auf einer Fingerkuppe zu tragen, zu sehen, welche Kraft und Energie noch in gerade mal 7-15 cm Höhe stecken. Großes spiegelt sich im Kleinen wieder. Bonsai, Schalenästhetik und Schalenform haben auch bei den „Minis“ ihre Gültigkeit, bis auf ein paar Ausnahmen. So dürfen die Schalen dieser Bonsaigruppe etwas höher sein, um ein Minimum an Erdreich zu garantieren. Auffällige Glasuren vom Kanariengelb bis Kirschrot wirken besonders reizvoll. Ja, sogar bunte Bemalung oder Porzellanschalen tragen hier zur Vollendung der Miniatur bei.

 

 

In meiner Artikelserie - Mini Porzellan – möchte ich Ihnen auch diese Art von Bonsaischalen vorstellen. Auch unter den antiken, also über hundert Jahre alte Schalen, gibt es Miniaturschalen. Diese sind aber selten und in Europa kaum zu finden. Die hier vorgestellten Schalen haben ein Alter von ungefähr 30-80 Jahre.

 

 

 

 

Die abgebildete Schale ist eine Porzellanschale. Die Farbe der Grundglasur  besticht durch einen weichen, warmen Gelbton. Die Bildspiegel wurden ausgespart und mit feinstem Pinselstrich einfarbig rotbraun bemalt. (Bildspiegel und oberer Rand sind mit einer Goldglasur eingefasst.. (Die Goldglasur wurde bei ca. 800 Grad aufgebrannt, also ein Weichbrand, der Grund, weshalb die Goldfarbe am oberen Rand schon fast abgegriffen ist.) Die Malerei zeigt Menschen, eingebunden  und verschmolzen mit der Natur, Bilder der großen Naturverehrung  der Chinesen. Diese Bilder sind gerade mal 6 cm im Durchmesser. Die Malerin oder der Maler haben mit großer Pinselsicherheit sehr spontan und kraftvoll gemalt.

 

 

Auf dem Boden der Schale wurde ein Siegel angebracht. Es zeigt an, dass diese Schale in einer staatlichen Töpferei hergestellt wurde. Der Name der Stadt lautet – KOU SHU-, Größe der Schale: 12 cm x 12 cm, Höhe: 8 cm.

 

Peter Krebs

 

Die Schale stammt aus der Sammlung von Paul Lesniewicz.

Fotos: Bernd Braun. 


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