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Miniporzellan 2

Mini - Porzellan 2

 

China ist eines der Länder, das als erstes Keramikgegenstände in Gebrauch hatte. Die Erfindung der Keramik war eine der wichtigsten Errungenschaften in der Jungsteinzeit. In den Götterhöhlen der südchinesischen Provinz JIANGSU wurde Keramik gefunden, deren Alter auf ca. 10 000 Jahre datiert wird. China wird auch als Heimat des Porzellans bezeichnet. Von hier aus nahm es seinen Siegeszug um die ganze Welt. 10 000 Jahre Töpfererfahrung also liegt zwischen der Jungsteinzeitkeramik und der Porzellanschale, die ich Ihnen heute vorstellen möchte. Eine fast unvorstellbar lange Zeit.

 

 

 

Die kleine achteckige Schale hat die Abmessung von 11 cm x 11 cm  und ist 6 cm hoch. Sie wurde bei ca. 1300° Grad gebrannt, anschließend übermalt und dann noch einmal bei ca. 800°-900° Grad niedrig gebrannt. Interessant an der kleinen ca. 20-30 Jahre alten Schale sind auch die Füßchen. Hier wurden vom Brennmeister noch vor dem ersten Brand kleine Tonbatzen angedrückt, um ein Festbrennen der Schale an der Unterlage zu verhindern. Eine Methode, die heute kaum noch angewandt wird.

 

 

 

Die Malerei bestätigt die auch heute noch hohen handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten der chinesischen Töpfereien. Die Figurenszene in der Gartenlandschaft ist ein sinnesfroher Farbreigen, dessen Schönheit das Alltagsleben etwas erhellen soll. Dargestellt sind hohe Beamte oder Gelehrte beim Teetrinken, Würfelspiel, in philosophischer Betrachtung und die Lotosblüte tragend. Nicht nur die vier Figuren sind symboltragend, sondern auch die Zahl VIER selbst. VIER Pfoten hatte die Residenz des Kaisers in VIER Himmelsrichtungen, von VIER Barbarenvölkern umgeben, inmitten der VIER Meere. Die VIER ist eine YIN-Zahl und alleine darüber ließe sich ein Buch schreiben.

 

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Freude in den VIER Bonsai-Jahreszeiten.

 

Peter Krebs

 

Fotos  Bernd Braun

Schale aus der Sammlung von Paul Lesniewicz

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 Kommentar:

Herr Hoe Chuah aus Huston/Texas hat angemerkt, dass in der ersten Szene mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tang-Dichter Lǐ Bái abgebildet ist. Dieser war berühmt für seinen Hang zum Alkohol, der auch in seinen Gedichten oft thematisiert wird. Die Tasse neben ihm auf der Bank würde demnach wohl auch keinen Tee enthalten. Es gibt viele ähnliche Szenen mit Lǐ Bái auf Gemälden und Töpferwaren.
 


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